"Small Island States and Climate Action"

14.11.2017, 10.00-11.00 Uhr, Amphitheater im Deutschen Pavillon
Mit: Dr. Karsten Sach, Abteilungsleiter Klimaschutz im BMUB und Anote Tong, ehemaliger Präsident des pazifischen Inselstaats Kiribati

Den Auftakt der Veranstaltung bildete der zweiminütige Filmspot "Der Ozean" aus der Reihe "Nature is speaking" der Umweltorganisation Conservation International. Beeindruckende Naturaufnahmen veranschaulichen die Schönheit und Ruhe der Wassermassen, aber auch die Macht, die sie ausüben. Die Botschaft: "Die Natur braucht den Menschen nicht – der Mensch braucht die Natur." Das bekommen auch die Inselstaaten angesichts des steigenden Meeresspiegels aufgrund des Klimawandels bedrohlich zu spüren.

Doch welche Möglichkeiten gibt es zum Schutz kleiner Inselstaaten vor den Folgen des Klimawandels, was kann Deutschland dazu beitragen und wie laufen die Verhandlungen auf dem Weltklimagipfel COP 23 zu diesem Thema? Anote Tong, ehemaliger Präsident des pazifischen Inselstaats Kiribati und Sonderberater für Conservation International, verdeutlichte, dass flache Inselstaaten bereits bei einem Anstieg von 1,5 Grad stark vom steigenden Meeresspiegel bedroht werden. Aber auch andere Veränderungen, wie die Zunahme von Trockenheit, Stürmen oder die Versaltzung von Böden führen bereits heute zu bedeutsamen Ausfällen in der lokalen Wirtschaft und zur Zerschneidung von Lebensräumen. Deshalb ist Vorsorge im Bereich Klimaanpassung für kleine Inselstaaten wie Kiribati, Marshall Islands oder Tuvalu unerlässlich. Wie Dr. Karsten Sach verdeutlichte, übernimmt Deutschland dabei eine Vorreiterrolle, nicht nur in multilateralen Klimaverhandlungen sondern auch in zahlreichen bilateralen Klimaschutzprojekten, wie zum Beipsiel der Internationalen Klimaschutz Initiative.

Die Teilnehmer

Anote Tong: Der ehemalige Präsident des pazifischen Inselstaats Kiribati (Amtszeit vom 10. Juli 2003 bis 11. März 2016) macht seit Beginn seiner Präsidentschaft weltweit auf die verheerenden Folgen des Klimawandels aufmerksam. Besonders für die Republik Kiribati stellt die globale Erwärmung eine akute Existenzbedrohung dar. Tong betont, dass Kiribati eines der ersten Länder sein wird, das die Folgen des Klimawandels zu spüren bekommt. Dabei gehört der CO2-Fußabdruck des Inselstaats zu den weltweit kleinsten. Als eine Maßnahme zur Anpassung an die bevorstehenden klimatischen Veränderungen zieht Anote Tong auch die Migration eines Teils der Inselbewohner in Betracht. Dabei seien Bildungsmaßnahmen, so Tong, essenziell, um den Inselbewohnern die Übersiedlung in andere Staaten zu ermöglichen. Anote Tong übernahm eine führende Rolle in der Errichtung der "Phoenix Island Protection Area" (PIPA), eines der größten Schutzgebiete weltweit, mit einer Ausdehnung von 408.250 Quadratkilometer. Seit 2010 steht es auf der Liste des UNESCO-Welterbe.

Conservation International: Die 1987 gegründete Non-Profit-Organisation mit Sitz in Washington D. C. setzt sich für den weltweiten Erhalt der Biodiversität von Flora, Fauna und Landschaften ein. In der Vergangenheit entdeckten Mitarbeiter der Organisation sogar neue Lebensräume und Tierarten. Conservation International unterstützte Kiribati seit 2006 bei der Errichtung der "Phoenix Island Protection Area" und unterstützt die Region weiterhin, beispielsweise mit Investitionen in die marine Vielfalt der Schutzzone.

Filmspot "Der Ozean" und "Nature is speaking"-Reihe

Der eindrucksvolle Spot "Der Ozean" gehört zu einer Serie von Filmclips von Conservation International unter dem Motto "Nature is speaking": Hollywoodgrößen wie Harrison Ford oder Julia Roberts leihen darin der Natur ihre Stimmen. Anlässlich der Klimagipfel in Paris und Marrakesch brachte das Bundesumweltministerium in Kooperation mit Conservation International drei der Filme in deutscher Fassung auf die Leinwand: Hannelore Elsner spricht "Mutter Natur", Hannes Jaenicke ist "Der Ozean", Oliver Mommsen "Der Boden". Hannelore Elsner und Oliver Mommsen sind Umweltbotschafter für den Blauen Engel, Hannes Jaenicke engagiert sich als Autor und Regisseur für den Klima- und Umweltschutz. Die Spots wurden erstmalig im Rahmen der Kampagne "Zusammen ist es Klimaschutz" (www.ziek.de) gezeigt.

Weitere Informationen

Termine zur COP 23